Klassiker der erotischen Weltliteratur
Zu allen Zeiten wurde nicht nur über Philosophie, gesellschaftliche und moralische Ideale geschrieben. Auch die Liebe und die Sexualität hat die Autoren bewegt. Einige dieser Werke haben es durch ihre Geschichte, ihren Autor oder ihren Inhalt in den Rang eines echten Klassikers geschafft.
Gehört haben die meisten Menschen schon von den Titeln der Bücher. Gelesen haben sie jedoch die wenigsten. Daher stellen wir Ihnen hier einige dieser Bücher in den „Klassikern der erotischen Weltliteratur“ näher vor.
Lady Chatterley
Von David Herbert Lawrence (1885-1930) 1928 veröffentlichte Buch erschien schon zwei Jahre später auch auf Deutsch.
Es erzählt die Geschichte der wohlhabenden Lady Constance Chatterley auf Wragby Hall, deren Mann, Clifford Chatterley, querschnittsgelähmt und trübsinnig aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrt und sich völlig in seine literarischen Werke hineinsteigert. Seine Frau entdeckt hingegen schnell, dass er mit den erschaffenen Texten nur eine absolute innere Leere zu verstecken sucht, und leidet unter der Beziehungslosigkeit zu ihrem Mann.
Das Leid seiner Frau entgeht Clifford nicht und so erklärt er ihr, dass er bereit sei, ihr gelegentliche sexuelle Abenteuer zuzugestehen und sogar ein Kind aus einem solchen Abenteuer als sein eigenes akzeptieren würde, wenn der Vater würdig wäre. So hofft er, seine vitale, lebenshungrige Frau bei sich zu behalten.
Constance lernt kurz darauf den Waldhüter Oliver Mellors kennen – und schnell entspinnt sich eine intensive sexuelle, aber auch emotionale Beziehung zwischen den beiden, aus der beide viel Kraft und Lebensfreude schöpfen.
Als Connie bemerkt, dass sie von Oliver schwanger ist, trifft sie die Entscheidung, Clifford zu verlassen und stellt sich den Widrigkeiten und Anfeindungen, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit einem solchen Handeln verbunden waren. Bis zur Scheidung zieht sie zu ihrer Schwester Hilda nach Schottland.
Am Ende des Romans schreibt Oliver ihr einen bewegenden Brief, der eine tiefe Zuneigung und die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft offenbart.
Obwohl im Kern ein Liebesroman geriet das Buch wegen seiner vollmundigen Beschreibungen der körperlichen Liebe zu einem Skandal und bleibt es auch viele Jahre. Bis 1960 durfte es in England nicht verkauft werden, war es doch eines unkonventionellsten und freizügigsten Büchern seiner Zeit. Gleichzeitig beschreibt es aber auch die menschliche Isolation in einer rationalisierten und entfremdeten Welt, in der Lust und Sexualität negiert werden, was einen allgemeinen Vitalitätsverlust zur Folge hat.
Kritik kam jedoch nicht nur von Wächtern der Moral. Auch die Frauenbewegungen kritisierten das Buch, weil aus ihrer Sicht es die Unterwerfung der Protagonistin unter einen Mann und seine aktive Sexualität schildert.
Dabei beschreibt Lawrence gerade die erotischen Szenen sehr poetisch, ausführlich und in einer bild- und detailreichen Sprache, die auch bei Frauen Lust auf mehr weckt. So nimmt heute niemand mehr Anstoß daran und genießt vielmehr das Eintauchen in die ausführlich beschriebenen Liebesszenen. In seiner Zeit jedoch war ein solches Werk ein deftiger Schlag ins Gesicht der herrschenden Moral.
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Rubrik: Klassiker der erotischen Weltliteratur
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