Hallo,
Ich lebe nun seit fast 2 Jahren mit meiner Freundin(23) in einer festen Partnerschaft in der gemeinsamen Wohnung. Wir hatten von Anfang an kleinere Probleme beim Sex, weil meine Freundin der Meinung ist, mein Penis sei zu groß (zu lang und zu dick). Seit nun rund 1,5 Jahren haben wir nahezu keinen Sex mehr, weil sie zunächst immer mehr Schmerzen bekommen hat und schließlich, wie nicht anders zu erwarten die Lust völlig verloren hat. Ich muss gestehen, dass ich da wohl nicht ganz unschuldig daran bin, weil ich sie öfter zum Sex sanft drängen (also nicht körperlich) wollte. Meine Freundin war deshalb auch schon beim Frauenarzt, der allerdings keinen Grund für die Schmerzen erkennen konnte. Weiterhin beklagt sie sich über ein extrem unangenehmes Gefühl, wenn ich oder sie selbst Ihre Brustwarzen berührt, obwohl Sie dies anfangs besonders gern gehabt hat.
Nun ist die Situation eskaliert. Sie hat sich mit einem anderen getroffen, ihrer Aussage nach, haben sie sich nur geküsst. Eigentlich sollte man denken, die Situation ist klar, es ist aus!
Aber es ist anders, sie sagt, es wäre ein großer Fehler gewesen. Ich habe es aber am gleichen Tag noch bemerkt, dass da was nicht stimmt. Nachdem ich von dem Vorfall wusste, habe ich Ihr angeboten, die Beziehung zu beenden. Doch das wollte sie auf keinen Fall, da ich der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sei.
Kuscheln, Küssen und Schmusen ist alles kein Problem. Sie will einfach nur keinen Sex.
Wir lieben uns, darüber sind wir uns einig, nur wir wissen auch, dass es so nicht weitergehen kann...
Viele Grüße, Stefan (25)
Hallo Stefan,
Deine Freundin scheint eine psychische Blockade aufgebaut zu haben. Wie Du schon richtig erkannt hast, war es der Sache eher abträglich, dass Du sie versucht hast, zum Sex zu drängen. So manifestieren sich Blockaden noch schneller und intensiver. Dass sie jetzt Berührungen als unangenehm empfindet, die sie früher mochte, ist ein Anzeichen dieser Blockade. In ihrem Unterbewusstsein hat sie einen Widerwillen gegen das Thema Sex entwickelt, so dass alle Aktivitäten, die zum Sex führen könnten (wie beispielsweise das Streicheln der Brustwarzen), als höchst unangenehm empfunden werden. Aus der Unannehmlichkeit folgt dann wieder eine noch stärkere Ablehnung und so weiter. Das funktioniert wie eine Spirale, die sich immer weiter dreht. Für Euch ist es wichtig, den Anfang der Spirale zu finden und sie wieder aufzudrehen. Eure starken Gefühle für einander sind eine gute Basis, für diesen anstrengenden Weg. Ganz wichtig ist es, dass Ihr offen über das Thema Sexualität redet und Eure Gedanken und Ansichten frei äußert, um den anderen zu verstehen. Forsche mit Deiner Freundin in ihrem Liebesleben, wo die Wurzel des Übels liegen könnte. Kommt Ihr zu zweit nicht weiter, könnt Ihr auch überlegen, ob Ihr Euch an eine neutrale dritte Stelle, etwa eine Partnerschaftsberatung, wenden wollt. Hier findet Ihr geschulte Leute, die Euch bei der Such nach der Ursache ihrer Blockade professionell helfen können.
Ich wünsche Euch beiden viel Kraft und Erfolg für diesen Weg.
Gruß Alex
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