Die Anfänge der hormonellen Verhütung
Die Geburtsstunde der hormonellen Verhütung liegt am Anfang des vergangenen Jahrhunderts, als es im Jahr 1901 einer Gruppe von Ärzten gelang zu beweisen, dass die Menstruation hormonal gesteuert wird. Dabei fanden sie auch heraus, dass das Gehirn und die Eierstöcke maßgeblich an der Hormonbildung beteiligt sind. Von da an konnte in dieser Richtung intensiver geforscht werden.
Später setzt sich der Biochemiker Adolph Butenandt intensiv mit den Sexualhormonen auseinander und 1929 gelingt es ihm schließlich, ein weibliches Hormon zu isolieren: das Östrogen. Nur fünf Jahre später kann er das Progesteron aus den Eierstöcken von Schweinen zu isolieren. Damit sind zwei grundlegende Komponenten der weiblichen hormonellen Steuerung bekannt.
Im folgenden Jahr können amerikanische Wissenschaftler beweisen, dass das Progesteron den Eisprung verhindert. Von da an arbeiten die Labors weltweit auf Hochtouren an der Entwicklung einer hormonellen Verhütung für die Frau. Im Jahr 1944 weisen auch die deutschen Wissenschaftler Bickenback und Paulikovics die Hemmung des Eisprungs durch das Progesteron nach. An Verhütungsmitteln durften sie jedoch aufgrund der von den Nationalsozialisten erlassenen Gesetze nicht forschen. In Deutschland bestand noch gut ein weiteres Jahr das Verhütungsverbot, das zur Vermehrung der arischen Rasse führen sollte. Er mit dem Ende des Krieges haben auch die Deutschen wieder die Möglichkeit, Anschluss zu finden an die Forschung zur Entwicklung neuer Verhütungsmittel.