1. Verhütung mit Bewegung
Schon vor unserer Zeit machten sich schlaue Köpfe wie etwa der griechische Arzt Hippokrates (460377 v. Chr.) Gedanken um die Verhütung. In seinem Werk "Das Wesen der Frauen" schreibt er: "Wenn eine Frau nicht empfangen will, mache sie es sich zur Gewohnheit, nach dem Beischlaf den Samen herausfallen zu lassen." Leider vergisst er, die Gebrauchsanweisung mitzuliefern. Diese reicht der römische Arzt Soranus von Ephesus (2. Jh. n. Chr.) nach: "Die Frau soll in dem Augenblick, da der Mann seinen Samen ausstößt, den Atem anhalten und ihren Körper zurückziehen. Dann soll sie aufstehen, in die Hocke gehen und kräftig niesen." Ähnliches empfiehlt um 900 n. Chr. der persische Arzt Rhases. Nach ihm soll die Frau, mit dem Daumen auf ihren Nabel zu drücken, um den Samen aus der Scheide auszustoßen. Solche Tipps haben im Übrigen die Zeiten überdauert: Noch Ende des 19. Jahrhundert wurde in Wien das "Herausschleudern des Samens" propagiert. Dabei sollte die Frau mit "einer schlängelnden Bewegung" versuchen, das Sperma loszuwerden.
Im Mittelalter sollte die Frau nach dem Verkehr eine Art Bauchtanz aufführen, um die Samen "abzuschütteln" oder durch das Zimmer zu hüpfen - aus demselben Grund. Im islamischen Kulturkreis wurde diese Methode weiter präzisiert. Danach sollte die Frau exakt sieben- oder neunmal hüpfen und zwar rückwärts. Warum rückwärts und nicht mehr oder weniger Male konnten wir leider nicht herausfinden.
Auch das Tragen schwerer Lasten oder bestimmte gymnastische Übungen sollten eine verhütende Wirkung. Dies dürfte tatsächlich eine gewisse Wirkung gehabt haben, da dabei die empfangene Frucht vom Körper wieder abgestoßen wird. Verhütung im eigentlichen Sinne stellten diese Ratschläge aber auch nicht da.
Weiter wurde den Frauen empfohlen, im Moment der Ejakulation ihren Körper zurück zu ziehen, so dass der Samen nicht eindringen kann. Sodann soll sie sich mit angezogenen Knien hinsetzen und siebenmal kräftig niesen.