Moderne Barrieren
In den 20er und 30er des 20. Jahrhunderts waren das Diaphragma und Portiokappe neben den Kondomen die meistbenutzten Verhütungsmittel in Deutschland. Damals gab es über fünfzig verschiedene Modelle aus verschiedensten Materialien, wie etwa Silber, Metall, Elfenbein, Gummi und Zelluloid.
Die Fortschritte in der Verhütung erlitten durch die nationalsozialistische Bevölkerungspolitik jedoch einen herben Rückschlag, da die "arische Mutterideologie" darauf ausgerichtet war, dass deutsche Frauen so viele Kinder wie möglich bekommen sollten. Ebenso ging mit der Judenverfolgung der Verlust wertvollen Wissens jüdischer Ärztinnen und Ärzte einher. Auch die in den 20er Jahren gegründeten Beratungsstellen wurden wieder geschlossen.
Außerhalb von Deutschland ging die Entwicklung von Verhütungsmitteln dagegen ungehindert weiter. So brachte Johnson & Johnson in den vierziger Jahren das erst moderne Diaphragma zur Empfängnisverhütung auf den Markt.
Die Entwicklung von Pille und Spirale in den 50er und 60er Jahren und ihre schnelle Verbreitung trugen dazu bei, dass Portiokappe und Diaphragma fast vollkommen in Vergessenheit gerieten.
Die gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen der relativ wenig erforschten Pille sowie negative Erfahrungen führten in den 70er Jahren zu einer Wiederentdeckung der alten Barrieremethoden - Diaphragma und Portiokappe.