Masturbation - Eine Lust, viele Namen
„99% aller Menschen masturbieren irgendwann. Das verbleibende Prozent lügt“, sagte einst der irisch-englische Schriftsteller George Bernhard Shaw. Also muss es für ein solch verbreitetes Phänomen auch verschiedene Begriffe geben.
Das neueren Zeiten entstammende deutsche Wort „Selbstbefriedigung“ sagt schon sehr genau aus, was dieses Tun ist: man befriedigt sich selbst. Mit dieser Feststellung ist es im Gegensatz zu einigen anderen Bezeichnungen recht wertfrei und nennt schlicht die Tatsachen beim Namen. Betrachtet man sich andere Begriffe, wird mitunter ein negativer Nachklang sichtbar.
So stammt das Wort „Onanie“ aus der Bibel, genauer aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 38, Vers 8-10, wo zu lesen ist: „So oft er [Onan] zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat, missfiel dem Herrn, und so ließ er ihn sterben.“ Onan, der die Frau seines Bruders geheiratet hatte, wollte diesem keinen Nachwuchs zeugen und praktizierte deshalb das, was wir heute als coitus interruptus kennen – er zog den Penis aus der Scheide, bevor er einen Samenerguss hatte. Erst im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Bedeutung hin zu einem Wort für Selbstbefriedigung, da auch bei dieser der Samen „verschwendet“ wird.
Masturbation ist ein zweiter, häufig verwendeter Begriff. Die Herkunft dieses Wortes ist nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten lässt es sich jedoch auf die aus dem Lateinischen stammenden Wörter manus (= Hand) und stuprare (= schänden) zurückführen, die ihm einen sehr negativen Touch verleihen. Weniger negativ erscheint dagegen eine andere mögliche Wortherkunft, nämlich die Griechischen von "mazdo turba" abgeleitet, was soviel wie "Erregung des männlichen Gliedes" bedeutet. Auch hier war der Ursprungssinn offensichtlich ein anderer und hat mit der Zeit eine Wandlung erfahren, da der Penis auch beim Geschlechtsverkehr erregt ist.
Weniger bekannt sind die Begriffe Ipsation (lat. ipse = selbst) und Autoerotik, bei Freud auch Autoerotismus genannt.
Neben diesen, in der Hochsprache verwendeten Begriffen, gibt es noch zahlreiche umgangsprachliche Bezeichnungen wie etwa: sich einen runterholen, abrubbeln, wichsen, melken und so weiter…