Sexy History

Masturbation

Solange es den Menschen gibt, solange gibt es auch schon die Lust am eigenen Körper und damit auch die Selbstbefriedigung der sexuellen Triebe.
War dies in der Antike noch gesellschaftlich akzeptiert, wandelt sich das Blatt mit dem Erstarken des Christentums. Die körperfeindliche Einstellung der Kirche prägt das Sexualleben der Menschen und damit auch ihr Bild und ihre Wertung der Onanie. Über Jahrhunderte wird sie mehr oder minder stigmatisiert und sogar unter Strafe gestellt. Ausgestorben ist dieses eigentlich völlig natürliche Verhalten trotzdem nie.
Mit Beginn der Aufklärung wandelt sich auch in diesem Bereich das Bild wieder, mit dem Erfolg, dass Masturbation heute zwar ab und zu noch etwas verschämt diskutiert wird, jedoch wieder als etwas völlig normales und sogar gesundes gilt.

Masturbation

Masturbation - Eine Lust, viele Namen

Verhütung„99% aller Menschen masturbieren irgendwann. Das verbleibende Prozent lügt“, sagte einst der irisch-englische Schriftsteller George Bernhard Shaw. Also muss es für ein solch verbreitetes Phänomen auch verschiedene Begriffe geben.
Das neueren Zeiten entstammende deutsche Wort „Selbstbefriedigung“ sagt schon sehr genau aus, was dieses Tun ist: man befriedigt sich selbst. Mit dieser Feststellung ist es im Gegensatz zu einigen anderen Bezeichnungen recht wertfrei und nennt schlicht die Tatsachen beim Namen. Betrachtet man sich andere Begriffe, wird mitunter ein negativer Nachklang sichtbar.
So stammt das Wort „Onanie“ aus der Bibel, genauer aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 38, Vers 8-10, wo zu lesen ist: „So oft er [Onan] zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat, missfiel dem Herrn, und so ließ er ihn sterben.“ Onan, der die Frau seines Bruders geheiratet hatte, wollte diesem keinen Nachwuchs zeugen und praktizierte deshalb das, was wir heute als coitus interruptus kennen – er zog den Penis aus der Scheide, bevor er einen Samenerguss hatte. Erst im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Bedeutung hin zu einem Wort für Selbstbefriedigung, da auch bei dieser der Samen „verschwendet“ wird.
Masturbation ist ein zweiter, häufig verwendeter Begriff. Die Herkunft dieses Wortes ist nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten lässt es sich jedoch auf die aus dem Lateinischen stammenden Wörter manus (= Hand) und stuprare (= schänden) zurückführen, die ihm einen sehr negativen Touch verleihen. Weniger negativ erscheint dagegen eine andere mögliche Wortherkunft, nämlich die Griechischen von "mazdo turba" abgeleitet, was soviel wie "Erregung des männlichen Gliedes" bedeutet. Auch hier war der Ursprungssinn offensichtlich ein anderer und hat mit der Zeit eine Wandlung erfahren, da der Penis auch beim Geschlechtsverkehr erregt ist.
Weniger bekannt sind die Begriffe Ipsation (lat. ipse = selbst) und Autoerotik, bei Freud auch Autoerotismus genannt.
Neben diesen, in der Hochsprache verwendeten Begriffen, gibt es noch zahlreiche umgangsprachliche Bezeichnungen wie etwa: sich einen runterholen, abrubbeln, wichsen, melken und so weiter…

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