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Liebesspielzeug
Heuzutage kennen wir viele Sexspielzeuge in den unterschiedlichsten Ausführungen: Vibratoren, Dildos, Liebeskugeln, Masturbatoren und noch viele mehr. Sie sind aus verschiedenen Kunststoffen, aus Holz, Metall oder Glas. Und sie bereiten meistens eine Menge Lust. Eine Lust, die die Menschheit bei einigen Spielzeugen schon seit Urzeiten, bei einigen erst seit der Moderne genießt.
Hier stellen wir Ihnen einige Spielzeuge und ihre Geschichte vor.
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Liebesspielzeug: Das Klistier
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Das Klistier ab dem Mittelalter
Auch wenn das Klistier ursprünglich zu medizinischen Zwecken verwendet wurde, blieb der erotische Nebeneffekt natürlich nicht auf Dauer nicht verborgen. Zu einer regelrechten Klistieromanie kam es aber erst zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert ausgehend von Frankreich. Es wurde modern, sich klistieren zu lassen und es entstand ein neuer Beruf: die Klistierfrau. Diese Frauen waren bei Apothekern und Badern angestellt und verabreichten die vom Arzt verschriebenen Klistiere. In der höheren Gesellschaft wurden auch Zofen im Klistieren ausgebildet.
Auch wenn der Lustaspekt nie öffentlich explizit geäußert wurde, gibt es doch einige Hinweise in zeitgenössischen Bildern und Texten, die auf diesen Genuss hinweisen. Die Genießenden waren zumeist Frauen. Männer fungierten eher als Zuschauer oder verabreichten ihrer Partnerin das Klistier. Nicht selten wurde die Prozedur daher auch zum Vorspiel.
Im 17. und 18. Jahrhundert kamen Klistiere mit Tabaksud in Mode. Dieser Trend war für die Klistierten nicht ganz ungefährlich, barg er doch die Gefahr einer Nikotinvergiftung. Harmloser waren die später daraus entwickelten Tabakrauch-Schlauchklistiere.
Am Ende des 17. Jahrhunderts verwendete man zum Setzen des Klistiers die ersten Klistiermaschinen. Auch der Irrigator, eine Weiterentwicklung des Trichterklistiers kommt auf. Bei dieser Variante wird der Flüssigkeitsbehälter hoch aufgehängt und eine Flüssigkeit läuft durch das Gefälle in den Darm. Als bevorzugte Flüssigkeit dienten vor allem im 18. Jahrhundert verschiedene Öle.
Doch nicht nur zum Lustgewinn wurden Klistiere eingesetzt. Im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts dienten Klistiere auch zur Kindererziehung. Das Strafklistier war etwa in Mädchenpensionaten eine sehr beliebte Erziehungsmethode und wurde dort mit der Klistierspritze gesetzt.
Im gleichen Zeitraum kam in Europa aber auch eine neue lustvolle Klistiervariante in Mode, das Tabakklistier, das seinen Ursprung bei den nordamerikanischen Indianern hat und dort schon sehr lange vorher bekannt war. Ein besonderer Anhänger dieser Klistiervariante war der Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar, der es 1823 sogar als „lebensrettende Maßnahme“ empfahl.
Heute ist das Klistier als Heilmethode überholt, erfreut sich jedoch als Sexualpraktik einiger Beliebtheit. Weit verbreitet ist es vor allem bei Anhängern von Analsex und Klinikerotik. Es hat Einzug gehalten ins heimische Schlafzimmer, aber auch Pärchenclubs, auf Bizarr-Partys und in Domina-Studios.
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Sexy History Archiv
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